Die kleine Dorfbäckerei in Himmelbach - Puderzuckertraeume
Von Marie Bernstein
Eine warmherzige Feel-Good-Reihe in der Schweiz ueber die Liebe, das Backen und das Erfuellen von Traeumen.
⭐ Bewertung: 1/5 — Nicht empfehlenswert
🎯 Sprache und Stil
Die Sprache ist bemerkenswert flach. Statt einer poetischen oder auch nur ansprechenden Prosa bekommt man Plattheiten geliefert, die den Eindruck erwecken, als hätte jemand einen KI-Textgenerator auf „generiere süßlichen Kitsch“ gestellt. Die Sätze sind eindimensional, die Bilder abgedroschen, das Niveau bewegt sich auf dem eines durchschnittlichen Groschenromans – wenn nicht darunter.
Die Autorin versteht es nicht, Spannung aufzubauen oder auch nur die einfachsten emotionalen Momente glaubwürdig zu gestalten. Stattdessen werden Gefühle einfach behauptet, ohne dass der Leser sie nachempfinden könnte.
📖 Zitate des Grauens
Die wahre Katastrophe dieses Buches offenbart sich in den Dialogen und inneren Monologen. Hier einige Kostproben:
„Über ihre eigene Idee lachend greift sie zum Glas und setzt es an ihre Lippen.“ (Seite 29)
→ Ein so gewöhnlicher Vorgang, dass man sich fragt, warum er überhaupt erwähnt wird.
„Ich ergreife sie und in diesem Moment habe ich das Gefühl, dass Funken zwischen uns sprühen.“ (Seite 31)
→ Das ultimative Klischee. Funken sprühen? Ernsthaft? In einem Buch aus dem Jahr 2023?
„Das Gefühl von Funken, die über unseren Köpfen tanzen, erfasst mich und raubt mir den Atem.“ (Seite 168)
→ Fast wortgleich wie Seite 31. Die Autorin hat offensichtlich ein Lieblingsbild, das sie gerne recycelt.
„Bens Megawattlächeln unterstreicht seine Worte, was mich beinahe beflügelt.“ (Seite 302)
→ „Megawattlächeln“? „Beflügelt“? Dieses Wortungetüm ist so peinlich, dass es fast schon wieder unterhaltsam wäre – fast.
🧊 Charaktere und Handlung
Die Figuren sind eindimensional wie Pappe. Nina ist die klassische „unschuldige Träumerin“, Ruth die „bärbeißige aber herzensgute Alte“, Ben der „charmante Rivale mit Herz“. Diese Archetypen wurden in tausend besseren Büchern bereits verwendet, und Bernstein bringt nichts Neues hinzu.
Die Handlung ist vorhersehbar von der ersten bis zur letzten Seite. Jede Wendung, jeder Konflikt, jedes Happy End ist so absehbar wie der Sonnenaufgang.
📉 Fazit
„Die kleine Dorfbäckerei in Himmelbach – Puderzuckerträume“ ist ein Buch, das sich hinter einer hübschen Cover-Gestaltung und einem wohlklingenden Titel versteckt, aber inhaltlich nicht liefert. Die Sprache ist banal, die Charaktere sind Klischees, die Handlung ist vorhersehbar, und die „Zitate des Grauens“ sprechen für sich. Wer einen wirklich guten Feel-Good-Roman sucht, sollte lieber zu Sophie Kinsella, Marian Keyes oder auch nur zu einem beliebigen Kochbuch greifen – dort bekommt man mehr Substanz.
⭐ Nicht empfehlenswert!
