8000 Arten, als Mutter zu versagen
Von Carolin Kebekus
Carolin Kebekus nimmt sich selbst, die Gesellschaft und alle Mütter und Väter aufs Korn. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie...
⭐ Bewertung: 1/5 — Absolut nicht empfehlenswert
Ein bemüht witziges, in Wahrheit aber oberflächliches und banales Buch, das sich hinter der Fassade der Selbstironie vor jeder echten Auseinandersetzung mit dem Thema Mutterschaft versteckt. Wer hier Tiefgang, Empathie oder auch nur einen originellen Gedanken erwartet, wird bitter enttäuscht.
📚 Inhalt und Anspruch
Carolin Kebekus versucht mit 8000 Arten, als Mutter zu versagen das Thema Mutterschaft humoristisch zu beleuchten. Leider bleibt es bei dem Versuch. Das Buch liest sich wie eine Aneinanderreihung von Klischees, die schon in jeder dritten Instagram-Eltern-Kachel standen. Der Titel verspricht eine gewisse Vielfältigkeit im Scheitern — geliefert wird stattdessen ein eindimensionales Sammelsurium von Stereotypen, die weder überraschen noch zum Nachdenken anregen.
🤣 Humor — oder das Fehlen davon
Kebekus ist als Komikerin bekannt, doch in Buchform verlässt sie ihr Metier. Die Witze wirken auf dem Papier konstruiert und billig. Wo eine Nora Ephron oder eine Esther Vilar mit messerscharfer Beobachtungsgabe brillierte, liefert Kebekus flache Kalauer, die bestenfalls ein müdes Lächeln erzeugen. Die 8000 Arten des Titels entpuppen sich schnell als ein und dieselbe Art: die des oberflächlichen Lachens über das Offensichtliche.
😥 Fehlende Tiefe
Was das Buch besonders ärgerlich macht, ist die verpasste Chance. Mutterschaft ist ein Thema, das so viel Raum bietet — für Kritik, für Gesellschaftsanalyse, für echte Selbsterfahrung. Stattdessen bewegen wir uns auf dem Niveau einer Kaffeepausen-Unterhaltung unter Freundinnen, die sich gegenseitig bestätigen, dass alles so anstrengend sei. Das ist nicht falsch, aber es ist so banal, dass man sich fragt, warum jemand dafür 200 Seiten brauchte.
✍️ Stil und Sprache
Der Schreibstil ist bemüht locker, aber letztlich beliebig. Sätze, die pointiert sein wollen, verpuffen wirkungslos. Die Sprache pendelt zwischen Umgangssprache und halbherziger Literatur — ohne jemals eine eigene Stimme zu finden. Das Buch liest sich wie ein ausgedehnter Blog-Post, dem der Redakteur gesagt hat: Mach da mal 200 Seiten draus.
📝 Für wen ist dieses Buch?
Schwer zu sagen. Für Kebekus-Fans bietet es nichts, was sie nicht schon aus ihren Shows kennen. Für Mütter ist es zu oberflächig. Für Literaturliebhaber zu dünn. Für alle anderen: einfach zu langweilig.
👎 Gesamtbeurteilung
8000 Arten, als Mutter zu versagen ist ein Buch, das man getrost ignorieren kann. Es ist nicht schlecht im Sinne von geschmacklos, aber es ist schlecht im Sinne von überflüssig. Wer eine ehrliche, humorvolle und tiefgründige Auseinandersetzung mit Mutterschaft sucht, greife besser zu anderen Werken. Dieses Buch ist lächerlich in seinem Anspruch, banal in seiner Umsetzung und insgesamt absolut nicht empfehlenswert.
👎 Nicht empfehlenswert
